Grund- und Hauptschule | Eigeltingen

Standort

Eigeltingen

Bauherr

Gemeinde Eigeltingen

 

Fläche BGF

1.580 m²

Fläche BRI

5.140 m³

Status

Abgeschlossen 2000

Der Neubau entstand aus einer 1997 von unserem Büro erarbeiteten Gesamtkonzeption für die Schulerweiterung und die Dachsanierung der unmittelbar anschließenden Krebsbach-halle.

 

Das neue Schulgebäude soll nicht mit der bestehenden Anlage aus den 70er Jahren in Konkurrenz treten, sondern eher eine vermittelnde Rolle zur landschaftlichen Situation hin übernehmen. Diese ist geprägt durch das noch junge Krebsbachtal mit seinen grünen Flanken, welches hier, kaum dass es sich aufweitet, auf den das Tal versperrenden Ort trifft.

Die Freiräume der Talaue sollen an das Gebäude herangeführt werden und sich mit diesem verbinden: Das große Dach mit seinen markanten Überständen sowie die transparente Mitte der nördlichen Giebelfassade wirken in diesem Sinne ebenso wie die weichen Übergänge der Schulhofbeläge zur Wiese hin und die parallel zum Tal verlaufenden Entwurfselemente der Freiraumgestaltung wie Hecken, Sitzbänke und Pflasterbänder.

Weiterhin sollen die vielfach roh belassenen Materialien der Außenhülle, das Holz insbesondere, und die reduzierte Farbigkeit ein sachtes Einfügen in die dörfliche Ortsrandsituation ermöglichen.

Das große Dach beherbergt die in zwei Geschoßen übereinandergestapelten, hufeisenförmig angeordneten Klassenzimmer. In der Mitte entsteht eine zentrale Halle mit dem verbindenden Element der Treppe. Das geschieht pragmatisch und wenig spektakulär auf Grundlage eines einfachen, rechtwinkligen Konstruktionsrasters. Räumliche Spannung ensteht erst durch eine gewisse, wenngleich sehr sparsame Inszenierung der Elemente in der Halle, dem Herz der neuen Schule: das durchs versetzte Dach einfallende Licht, die große Wandscheibe entlang der Treppe mit dem Abdruck der rohen Bretter im Beton, die unterschiedlichen Holzdecken, die unterschiedlichen Neigungen in den Dachschrägen, die schräge Anordnung der Stufen am Treppenpodest, die entstehenden "nutzlosen" Ecken, Winkel und Fugen, der runde Kreisausschnitt in der Decke – hier erzählt das Haus von seinen kleinen Eigenheiten...

Im konstruktiven Aufbau soll die Eigenständigkeit der einzelnen raumbildenden Elemente – Wandscheiben, Decken, Stützen, Glasflächen etc. – durch die Klarheit in den Materialen sowie in der Abgrenzung zueinander unterstrichen werden. Dies soll zur Auflösung des Bauwerks als geschlossener Körper beitragen und den Aspekt der Durchlässigkeit verstärken.

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