Brücke zum See | Radolfzell

 Über den trennenden Gleiskörper hinweg soll eine Verbindung geschaffen werden zwischen dem Seeufer einerseits und der Innenstadt andererseits. Die Zugänglichkeit der Bahnsteige soll barrierefrei möglich sein.

Das vorgeschlagene Brückenbauwerk berücksichtigt zwei Zugangsmöglichkeiten von der Stadtseite aus:

Zum einen werden Besucher der Innenstadt und des Marktplatzes bereits am oberen Seetorplatz abgeholt und eingeladen, völlig querungsfrei entweder die Strandpromenade oder aber die Bahnsteige zu erreichen.

Benutzer der öffentlichen Verkehrsmittel Bus und Bahn, und ebenso Berufspendler, welche am Bahnhof ihr Fahrrad parken, benutzen die Zugangsmöglichkeit zur Brücke direkt am Bahnhof über das vorgeschlagene Fahrrad-Parkhaus und dessen barrierefreier Erschließung.

Am oberen Ende des Seetorplatzes, ein Ort an dem man bereits „Seeluft“ schnuppern kann, beginnt mit einer Rampe parallel zum historischen Amtsgerichtsgebäude der Weg zum See. Runde „Glasaugen“ im Belag des Brückenkörpers schaffen sich verändernde Lichtpunkte und Reflexionen auf dem Platz.

Südseitig entlang der Friedrich-Werber-Straße dominieren dem Verkehr zugeordnete Bauwerke: nach Osten hin Bahnhof und Busbahnhof, nach Westen Bahn-Stellwerk und Auto-Park-Deck. Am Schnittpunkt  dieser Aufreihung öffentlicher infrastruktureller Nutzungen mit der neuen Brücke bietet sich der zweite stadtseitige Zugang zur Seebrücke an, mit Treppe, Aufzug und einer Rampe, welche wendelartig die drei Ebenen eines vorgeschlagenen Fahrrad-Parkhauses erschließt. Für den gesamten Vorbereich des Bahnhofs und des Zugangsbereichs zum Fahrrad-Parkhaus wird eine „shared space“ Situation vorgeschlagen, ein verkehrsberuhigter Bereich, in dem alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind.

Der Überbau der Brücke ist als mehrfeldrige Balkenbrücke aus Stahl mit orthotroper Fahrbahnplatte konzipiert. Der gesamte Stahlüberbau wird bereits werksseitig mit einem hochwertigen 4-schichtigen Korrosionsschutzsystem mit Eisenglimmer-Farbtönen versehen, sodass Gerüste für Korrosionsschutzarbeiten im Bereich der Oberleitungen nicht erforderlich sind. Aufgrund der luftdicht verschweißten Ausbildung kann innenseitig auf einen vollständigen Korrosionsschutz verzichtet werden.

Das Brückengeländer besteht aus Flachstahl-Pfosten mit absturzsicherndem Edelstahl-Netz sowie einem Handlauf mit integrierter LED-Beleuchtung. Die Beleuchtung verstärkt auf diese Weise bei Nacht oder in der Dämmerung einprägsam den eleganten Schwung des Brückenverlaufs und bildet eine optische Verbindung der Altstadt mit dem Seeufer. Der Fahrbahnbelag besteht aus einem reaktionsharzgebundenen Dünnschichtbelag (RHD) mit Granitsplit-Einstreuung. 

Standort

Radolfzell

Bauherr

Stadt Radolfzell

Status

Wettbewerb, Teilnahme 2017

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